Weg
The Red Dress Press







My Melody

Es ist selten, aber manchmal, wenn ich dasitze und eine Platte höre, zum ersten Mal oder zum 10000sten Mal - dann packt es mich und ich bekomme einen vagen Eindruck davon, wie mächtig Musik sein kann... Wenn alles um mich herum nichts mehr gilt und in der Gleichgültigkeit des Moments verschwimmt und nur das, was ich höre, zählt... Wenn die Decemberists auf "Odalisque" soviel monumentale Schönheit erzeugen, mit einem einzigen Song in emotionale Sphären vordringen, die den meisten Musikern ein Leben lang verschlossen bleiben- wenn auf einmal soviel Schönheit vor mir steht, dass ich sprachlos bin und mein Herz rast und ich genau weiß, dass vielleicht nur eine Handvoll anderer Leute verstreut auf der Welt das hört, was ich darin höre... Wenn Morrissey all den Schmerz und die Verzweiflung, die es in dieser Welt gibt, in einen einzigen Song verpackt und diesen allein mit seiner Stimme in Höhen katapultiert, die andere mit einem ganzen Orchester nicht erreichen würden... Wenn die White Stripes, Jack und Meg, es mit einfachsten Mitteln und einem Song wie "Jimmy the Exploder" schaffen, genau diese Art von wildem, dreckigem, urwüchsigem Rock n Roll zu spielen, die mein Herz schneller schlagen lässt, die erreicht, dass ich mich so lebendig und verwegen wie schon lange nicht mehr fühle... All diese Musiker, die ihr Herzblut in ihre Musik stecken und dir damit so verdammt viel geben. Platten, die dein Leben verändern. Musik, die diese Macht besitzt, aus einer Hölle den Himmel zu erschaffen und deinem Dasein einen Sinn zu geben.
Wenn ich nur daran denke, was für eine Bedeutung Billy Corgan in meiner frühen Jugend hatte und auch bis heute hat; dieser Mann hat mir mit seiner Musik und allem eine wundervolle Welt erschaffen, die mich immer wieder aufgefangen und getröstet hat, die mir zu jeder Stimmung den passenden Soundtrack lieferte, die immer genau mit mir auf einer Höhe war und doch im Himmel über mir.
Ich weiß, dass ich obsessiv bin mit meiner Musik. Ich weiß, dass meine Art, unangemessen viel Geld für Platten auszugeben, wie unter Zwang nach jedem Fitzelchen Information über meine Bands zu suchen und die Lyrics wie manch einer die Bibel zu studieren, etwas Fanatisches an sich hat. Mir ist auch klar, dass meine Liebe zur Musik letztendlich wahrscheinlich so überdurchschnittlich ausgeprägt ist, weil sie mir viel ersetzt, was ich einfach nicht habe in meinem Leben. Ich glaube nicht, dass ein vollkommen glücklicher Mensch, dem es an nichts fehlt, jemals so eine intensive Liebesbeziehung zu einem Stück Musik oder einer Band aufbauen könnte.

[29. März 2006]




Tonight, so bright

Ich werde mir jetzt eine schöne Nacht machen, wie früher. Mit dieser duftenden glitzernden Sommernacht, den Sternen, dem drohenden Gewitter und dem Sommersturm, mit Dreamtime Instant Tea von Whittards of Chelsea, Vanille-Zigaretten, Kerzen mit dem Duft englischer Tee-Rosen und meinen ganzen alten Smashing-Pumpkins-Mixtapes. Überhaupt die Pumpkins. Wenn man eine Band liebt, wirklich liebt, dann kehrt man immer wieder zu ihr zurück. Egal, was mit einem passiert, egal, wie man sich verändert. Mich begleitet keine andere Band schon so lange, und kaum eine Band hat mir je soviel bedeutet. Sie haben mir so viel gegeben und tun es immer noch... Und werden es immer tun, das weiss ich. Sie haben mir als unglücklichem Teenager mein Leben gerettet und mein Seelenheil.
Die Pumpkins. The Smiths. Rasputina. Joy Division. Das zeigt mir, wie mächtig Musik ist. Es klingt furchtbar pathetisch und kitschig, aber zum Teufel: Musik kann dein ganzes Leben verändern. Musik kann dir viel mehr geben als es irgendein Mensch je könnte. Musik ist das einzige, was dich nie enttäuschen wird. Nie.

[6. Juli 2006]



The Smiths – Asleep

Als ich zum ersten Mal dieses Lied gehört habe, da hat es mich einfach umgehauen.
Es zerreißt mir immer noch das Herz in der Brust, auch noch nach dem tausendsten Hören. Dieser Song ist pure Melancholie und transportiert gleichzeitig soviel Wärme und Geborgenheit... Er ist einfach so schön und gut und richtig. Keine Worte könnten das je beschreiben.
Natürlich kann dir jemand erzählen "The Smiths, das ist belanglose Mucke für ewig jammernde Nerds, die im Selbstmitleid versinken, das braucht kein Mensch", und es wahrscheinlich auch wirklich so meinen. Sie sagen "Du übertreibst", und lächeln mitleidig oder überheblich über deine Gefühle. Das zeigt nur, dass sie gar nichts verstehen; wie sollten sie auch? Wie soll so jemand verstehen, wie existentiell wichtig einem Musik erscheinen kann, wie viel sie bedeuten kann? Wie viel einem eine Person wie Morrissey geben kann, einfach dadurch, dass er dein ganzes Innenleben in seinen Lyrics auf den Punkt bringt und dir damit genau jenen Trost spendet, den dir der Rest der Welt versagt?
Wie erklärt man so jemandem, dass man seine Musik braucht wie die Luft zum atmen? Jedem das Seine, aber: Eine zweite Band wie die Smiths, das wird es nie wieder geben. Diese Songs werden auf ewig unantastbar bleiben. Es ist alles in dieser Musik... Es kann dir das Leben retten. Dein Seelenheil.

[2. November 2006]



Zwischenspiel

... Graue Tage und graue Nächte gehen nahtlos ineinander über, es ist mir einerlei- ich sitze in meinem Zimmer, in meiner Matratzengruft, mit meinen schnurrenden Kätzchen und einer Tasse duftenden englischen Tees [mit Milch und braunem Zucker], mit meinen Büchern und der Musik von PJ Harvey, the Smiths und the Black Heart Procession ...

... Und ich bin ruhig und zufrieden.

[5. Januar 2007]





The Holy Trinity of Heartache

Ich habe in den Weiten meines musikalischen Universums etwas Fantastisches entdeckt.
Drei verschiedene Songs von drei verschiedenen Künstlern, die das Aufblühen, den Höhepunkt und den Tod einer Liebe besingen und in ihrer traurigen, sanften Schönheit zueinander passen wie Nachthimmel und Sternenglanz...! Drei herzzerreißend schöne Songs, die für sich genommen einen eigenen intakten Kreislauf bilden, ein vollkommenes, perfektes musikalisches Memorandum über das Glück, den Schmerz und die Vergänglichkeit wahrer, bedingungsloser Liebe.

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The Detroit Cobras - "Silver & Gold"

Zu finden auf der "Seven Easy Pieces"-EP. Das Aufblühen heftiger Leidenschaft, das euphorisierende Gefühl, wenn man sich Hals über Kopf in jemanden verliebt, wenn Herz, Seele und Verstand vollkommen erfüllt sind vom Gedanken an diesen besonderen Menschen und dieser bittersüßen Sehnsucht danach, mit ihm zusammen zu sein.

I don't want Silver
I don't want Gold
I just want you darling to have and to hold
I just want, want your love
When I get like this


Oh tell me, what did you do to me?
Oh tell me, tell me why
I can't get you out of my head
Even if I try
I just want, want your love
When I get like this


[Oh how in love she seems to be
Same thing could happen to you or me]


Do you know
Do you know
Do you know
Do you know
How it feels to be like this?




Amy Winehouse - "Some Unholy War"

Unbedingt die alternative, sanftere Version, die auf der Bonus-CD der Deluxe-Edition von "Back to Black" veröffentlicht wurde! Sehr bewegend und meiner Meinung nach viel besser als die Albumversion. Tiefe, bedingungslose Liebe und [blinde] Loyalität, bis hin zur Selbstaufgabe. Und die fast übernatürliche Kraft, die Menschen entwickeln im Kampf für diese eine Person, die ihnen die Welt bedeutet... "Wenn du springst, spring ich auch."

If my man was fighting
Some unholy war
I would be behind him
Straight shook up beside him
With strength he didn't know
It's you I'm fighting for
He can't lose with me in tow
I refuse to let him go
At his side and drunk on pride
We wait for the blow


We put it in writing
But who you writing for
Just us on kitchen floor
Justice done,
Reciting my stomach standing still
Like you're reading my will
He still stands in spite of what his scars say
I'll battle till this bitter finale
Just me, my dignity and this guitar case


Yes my man is fighting some unholy war
And I will stand beside you
Who you fighting for
B - I would have died too
I'd of liked to
If my man was fighting
Some unholy war
If my man was fighting




Nina Simon - "My Man's Gone Now"

Im Grunde muss ich eigentlich gar nichts dazu sagen, weil schon allein der Titel für sich spricht. Der Verlust seiner großen Liebe, der unendliche Schmerz und dieses klaffende schwarze Loch in Herz und Seele, das nie wieder geschlossen werden kann…. Wem dieser Song nicht das Herz bricht, der hat keines.

My man's gone now
Ain't no use a listenin'
For his tired footsteps
Climbin' up the stairs
Old man sorrow's
Come to keep me company
Whisperin' beside me
When I say my prayers
When I say my prayers
He come around
He come up, he come around
Ain't that I mind workin'
Workin' means travellers
Journeyin' together
To the promised land
But old man sorrow
Mountin' all the way with me
Tell' me that I'm old now
Since I lose my man
Since I lose my man
Since I lose my man




[28. März 2008]

All of my pretty little Rags and Bones!


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