Weg
The Red Dress Press







Keine Macht den Drogen bzw. Mario!

Eine merkwürdige Geschichte trug sich letzte Woche zu.
Ich saß in unserem Badezimmer, auf dem Badewannenrad, und war mit meiner Maniküre beschäftigt. Da ja oben am Fenster die Wand etwas schimmelt, müssen wir ebenjenes meistens offenhalten, da sich der Schimmel sonst ausbreitet. Jedenfalls saß ich da und lauschte auf die Geräusche auf der Straße von dem Haus, als ich aufgeregte Stimmen hörte, die immer näher zu kommen schienen. Die Stimmen gehörten zwei jungen Männern. Direkt unter unserem Fenster müssen sie dann stehen geblieben sein, denn ich konnte von da an jedes Detail ihrer erhitzten Konversation mithören. Es ging um Schorre. Die waren irgendwie dabei, einen Deal auszuhandeln, der eine wollte dem anderen was andrehen, zu "Super-Konditionen, Alter", der andere hielt ihn allerdings hin - "Ey, des krieg ich beim Mario aber billiger, ey"- und versuchte konstant, den Preis zu drücken. Daraufhin zog der Erste über Mario und dessen Dope her und nannte ihn einen "elenden Schweineficker" und meinte, dass der doch seine besten Freunde abzocken würde und sowieso nur gestrecktes Dreckszeug verkaufe. So ging das eine Weile und dann müssen sie weitergegangen sein, sie wurden immer leiser und irgendwann hab ich gar nichts mehr gehört. Wahrscheinlich haben sie festgestellt, dass eine biedere Wohngegend am helllichten Tag vielleicht nicht der beste Ort ist, um einen Drogendeal auszuhandeln. Und dass man sich dafür nicht unter offene Fenster in offensichtlich bewohnten Häusern stellen sollte. Ich für meinen Teil habe aus ihrem Diskurs zwei Sachen gelernt:

1.) Man denkt: Es ist ja nur Augsburg!, aber in Wirklichkeit ist es die Bronx.

und

2.) Nie Dope bei Mario kaufen.


[3. Mai 2006]



Ich werde gestalkt, bin aber trotzdem gut drauf

Franz Kafka, er ist überall! Er verfolgt mich *heul*...Ich kann an nichts anderes denken als an F. Kafka. Er ist überall!
Gestern, Soppy, Marianne und ich im Irish Pub, saß er an der Bar. Auf der Rückfahrt von Prag haben wir uns das Abteil mit ihm geteilt. In der Dialektologie-Vorlesung saß er neben mir. Ok, ich mein, ich bin ja mittlerweile ziemlich dicke drin in dieser Literatur-Sache [höhö], wenn auch eher im anglophilen Bereich; aber Kafka, der Franz Kafka, der hat da nix verloren! Das ist Soppys Metier, die macht das Pro-Seminar über Kafka! Weckt die mich heut extra um mir aus dem "Brief an den Vater" vorzulesen und mir zu erzählen, was sie von F.K. hält [nicht viel]. Warum verfolgt er nicht sie?! Nein, die Freaks halten sich immer an mich, grundsätzlich; ich hasse das.
Ansonsten hatten wir, vom depressiven, ketterauchenden Kafka an der Bar abgesehen, eine Menge Spaß gestern. Mariannes 22. Geburtstag! Nach zwei Gläsern Guiness waren wir schon gut angeheitert [wir werden, langsam aber sicher, alle echt alt - alle zusammen echt über 20, jetzt!], obwohl sich das Trinken aufgrund gewisser Differenzen ["Auf dich!" - "Auf dich!" - "Nein, auf dich!!" - "Ach was, auf dich!" - "Nein, verdammte scheiße, AUF DICH!!!"] etwas verzögerte. Dann sind wir zu uns nach Hause und haben unseren Alkoholvorrat geplündert, es gab Wein galore, und schließlich haben wir mit Martini Sweet Lemon noch ein absolut leckere Mische erfunden, die wir uns in jedem Fall patentieren lassen müssen- hach, dabei haben wir da nur Saft reingekippt um den Geschmack des Billig-Martini-Rip-Offs abzuschwächen. Jedenfalls war ich schon lange nicht mehr so besoffen, meine Kampftrinkerzeit liegt ja hinter mir... Aber ich kann nur wiederholen, wir hatten wahnsinnig viel Spaß. Lady-Sexismus und dreckige, sinnlose Witze und Fear and Loathing in Vegas und Rumgelalle und The Lively Ones und die hochamüsante Maßlosigkeit unseres Birthday Girls ["Wow, ist dein Glas echt schon wieder leer?!" - "Hey, ich bin Engländerin!"].

[24. Oktober 2006]



Cocky and Confidante, aber auch unsicher

Ich bin irgendwie nicht alltagstauglich. Das denk ich mir jedesmal, wenn ich in Stilettos über Kopfsteinpflaster balanciere (ganz Augsburg besteht aus blödem Kopfsteinpflaster!), mit meinen überdimensionalen Petticoats im Auto den Platz von drei Leuten einnehme oder mein Geld lieber in teures Make-Up, Schallplatten und High-Heels investiere als in Essen. Irgendwann werde ich verhungern, aber wenigstens sehe ich dabei dann gut aus.
Ich würde gern meinen Namen ändern, ich möchte Red Bowling Ball Ruth heißen, nach dem Song von den White Stripes. Ich liebe die White Stripes ja über alles, das macht mir niemand streitig, die sind ganz oben, Alter! Mein Kopf ist mein Kopf, das ist es, was mich ausmacht, mein konfuser kreativer stilsicherer Geist hinter der kränklich-verlebten Fassade aus Hairspray, Eyeliner und unendlich viel rotem Lippenstift [Max Factor Lipfinity No.115, Confidante] und egal, wie du es drehst und wendest, du bist und bleibst ne Kartoffel und du wirst NIE wie ich sein [welches vernunftbegabte Baby will schon in meiner Haut stecken, im Ernst, das ist doch ätzend, ich mein, ich wäre gern Renee Zellweger und die Kartoffel wär gern ich oda was?! Quetschkartoffel-Time, everyone!], nichmal annähernd, Kartoffelschatzi, so sehr du es auch versuchst und gar nicht merkst, wie sehr du dich zur holländischen Schrumpelkartoffel machst, Schätzchen, dabei hast du das doch gar nicht nötig... Die Mangos sind wenige, die Mangos wissen es. Ich mein, Kartoffel bleibt halt Kartoffel, nicht wahr? Is ja nix schlimmes, im Gegenteil. Man sollte mit seiner Gemüsekategorie zufrieden sein und nicht versuchen, auf teufelkommraus ins Obst-Genre zu wechseln. Christina Agiulera oder wie die Alte heißt, hat sowas versucht and it went terribly terribly wrong...*bedauernddenkopfschüttel*
Mann, ist mir schwindlig!

[8. August 2006]



Randomness

Es ist komisch, das mit den Strahlen die aus dem Inneren der Erde kommen, und so. Ich glaube, eine Invasion wird sich bald kaum noch vermeiden lassen. Instinkt, Baby, das ist es, was zählt. Das Bunny hatte recht, es hatte die ganze Zeit recht, wir haben ihm nur nicht richtig zugehört. Sowas rächt sich, man sollte das Bunny nicht unterschätzen, niemals. Man siehts jetzt ja an Günther Grass (Waffen-SS) oder an Rudi Carrell (tot). Das Bannana-Boot ist den Bach runter, Bud Spencer hat geklagt und gewonnen. Ben Affleck aus dem Projekt ausgestiegen. Die Affen in der Betty-Ford-Klinik. Soppy in Kroatien. Ich weiß nicht, wie ausgerechnet ich das alles schaukeln soll... Robert bot Hilfe an, aber ich habe abgelehnt. Der Strahlen wegen.
Marys Laptop macht komische Geräusche; bin vorübergehend bei ihr eingezogen, aus Spaß an der Freude. Hab neulich geträumt, sie hätte sich ihre Dreads abgeschnitten und nun einen Vokuhila-Schnitt- krasse Sache, das. Meine Affäre hat sich aus Ungarn gemeldet und wollte wissen, ob ich ihn vermisse; was denkt er sich nur? Vermisst die Sonne den Mond? Vermisst der rechte Arm den linken? Aber solche Scherze sind ihm zu subtil. Muss aufpassen, dass ich nicht aus Versehen aus einer spontanen Laune heraus per SMS mit ihm Schluss mache. Obwohl es da nichts zum schlussmachen gibt, aber wer bin ich, dass ich mich mit einem verliebten Kerl anlege, dem die Herzchen in den Augen stehen? Schaurig, schaurig, das.

[14. August 2006]



Frischer Wind in der Millionenstadt

Robert und ich haben die Arbeit an unserem eigenen TKKG-Hörspiel begonnen. Es heißt "TKKG und der Schlächter vom Mordhof Hinterkaifeck" und handelt davon, wie TKKG bei der Vorbereitung eines Referats für den Erdkunde-Unterricht auf die Akten dieses mysterösen Falles stoßen. Weil sie grundsätzlich ihre Nase in alles reinstecken, was sie nichts angeht, beschließen sie, den Fall zu lösen und begeben sich an den Tatort; auf dem Acker, wo der Hof einst stand, schlagen sie ihre Zelte auf. In der darauffolgenden Nacht geschehen mehrere Dinge: einige Dorflümmel ziehen eine Blair-Witchesque Gruselshow ab, um die Vier aus der Millionenstadt zu erschrecken, übertreiben es aber und befördern Karl bei einem Faustkampf ins Koma. Gaby rennt in heller Panik in den Wald davon, wo sie von einem wilden Bären (oder einem Königstiger) gefressen wird. Tarzan, der alte Wichtigtuer, wird gleich zu Beginn durch einen gezielten Schlag auf den Hinterkopf ausser Gefecht gesetzt und wacht erst im Krankenhaus wieder auf- aber da ist schon alles vorbei! Der große Held der Geschichte ist Klößchen, welcher die Lümmel im Alleingang erledigt, indem er sie mit Ninja-Wurfsternen auf dem Boden festnagelt und sich dann auf ihre Gesichter setzt, bis sie sich nicht mehr mucken. Nebenbei gesteht einer der Burschen, dass sein Urgroßvater der Mörder von Hinterkaifeck war (der Briefträger, der nie Trinkgeld bekam) und das wäre damit dann auch erledigt. Desweiteren wird zur gleichen Zeit, aber unabhängig von der Hauptstory, irgendwo eine Bank von Terroristen überfallen- sehr böse Terroristen, die außerdem Frauen, Kinder und Tiere aus einem Versuchslabor als Geiseln genommen haben! Glücklicherweise erledigt Klößchen auch das, so nebenher auf dem Heimweg und mit tatkräftiger, aber eigentlich irrelevanter, Unterstützung durch Komissar Glockner. Als Tarzan im Krankenhaus wieder zu sich kommt ist er sehr geknickt wegen Gabis Dahinscheiden (besagter Bär bzw. Königstiger war ebenfalls aus dem Versuchslabor und wurde von den Terroristen mit voller Absicht im Wald ausgesetzt; einfach so, aus Gehässigkeit). Sehr viel mehr trifft ihn allerdings die Tatsache, dass er die ganze "Action" (wie Stefan Wolf sagen würde) verpennt und ausgerechnet Klößchen ihm seinen Rang als Obermacker streitig gemacht hat- von diesem Schlag wird er sich nie wieder erholen! Also schmeißt er die Schule, beginnt zu saufen und verliert den Glauben an das Leben und das Gute im Menschen. Was Karl betrifft- ob der aus seinem Koma wieder erwacht ist egal, da er als Komapatient im Grunde genauso viel zur Handlung beiträgt wie sonst auch- nämlich gar nichts. Immerhin hat er in den neueren Folgen ein Handy.
Stefan Wolf alias Rolf Kalmuczak wird sich bestimmt sehr freuen über unsere moderne Interpretation seiner Werke. Obwohl das Thema natürlich zeitlos ist- 13-jährige die Selbstjustiz üben, yeah!


[27. November 2007]




All of my pretty little Rags and Bones!


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